Kapitalmarktausblick - ist 2016 vorhersehbar?

Nun ist er endlich da: der erste, kleine Zinsschritt. Nach fast 10 Jahren wird dem Niedrigzins, beginnend in den USA, ein Ende gesetzt. „Eine Ära geht zu Ende, ein Umbruch beginnt“, solche und ähnliche Worte verdeutlichen die Tragweite des Niedrigzins-Endes.

Die Entscheidung der amerikanischen Regierung hat Auswirkungen auf die ganze Welt - vom deutschen Häuslebauer bis zum chinesischen Exporteur. Die Zinsanhebung birgt aber auch Risiken. Folgen weitere Schritte zu zögerlich und zu spät, verpufft möglicherweise die positive Wirkung auf die Wirtschaft. Schreitet die Notenbank mit weiteren Anhebungen zu forsch voran, könnte sie das Wachstum in den USA ausbremsen.

Zumindest ist für die Finanzmärkte eine Unsicherheit beseitigt – die Frage, wann die Zinserhöhung beginnt. Sie beginnt jetzt. Und wird in den nächsten Jahren voranschreiten. Und bereinigte Unsicherheiten sind Futter für die Finanzmärkte. Das sieht man an den Kurserholungen weltweit.

Doch wie geht es weiter? Werden sich diese „Expertenvorhersagen“ bewahrheiten?

Die US-Notenbank wird ihre ultralockere Geldpolitik beenden.
In Japan, China und der Eurozone bleibt die Geldpolitik entspannt.
Die Renditeaussichten für Aktien und Anleihen werden 2016 sinken.
Die hohe Bewertung der Aktien spricht für kurze Stürme am Aktienmarkt.
2016 zieht die Inflation in Europa wieder an.

Für das neue Jahr werden die Voraussagen wahrscheinlich stimmen. Langfristig, also über den 2016er Tellerrand hinaus gesehen, wird eine Prognose gewagter. Daher ein klares Wort: Ein Finanzmarkt-Crash ist 2016, nicht angesagt oder angedeutet!

Welche praktischen Handlungsanleitungen lassen sich hieraus ableiten?

Langfristig bleiben Aktien(Fonds) attraktiv. Kombiniert mit Sparplänen mildern sie das Wertschwankungs-Risiko.
Eine Strukturierung der Anlagen nach langfristig (weniger als 10 Jahre), mittelfristig und kurzfristig Verfügbaren ermöglicht eine gute Kombination aus Sicherheit und Ertrag.
Eine Streuung über mehrere Anlagemärkte, antizyklisches Handeln (Umschichtungen gegen den Trend, Sparpläne und Gewinnmitnahmen) und aktiv gemanagte Anlageformen sind ideal für mittelfristige Anlagen geeignet.
Bei kurzfristig geplanten Geldanlagen (für 1-2 Jahre) ist von einem Ad-hoc-Aktien-Abstoß abzuraten. Hier sollte ein gestaffelter Ausstieg über mehrere Monate vorgeschaltet werden.

So viel lässt sich sicher voraussagen: Es wird unter starken Schwankungen spannend und nervenaufreibend bleiben.

In diesem Sinne wünsche ich uns keine unrealistischen Erwartungen, zufriedenstellende Anlagen und einen nervenschonenden Anlagezeitraum.Wir bleiben in Kontakt.

Herzliche Grüße, frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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