Mischfonds von US-Wahlergebnis auf dem falschen Fuß erwischt

Der erste "Trump-Schock" an den Kapitalmärkten ist verhallt. Eine besonders volumenstarke Fondsvariante gerät nun aber ins Trudeln: Wegen des Absturzes an den Anleihemärkten müssen sich Mischfonds-Anleger auf harte Wochen gefasst machen.

Aktienanleger zeigen sich nach Donald Trumps Wahlsieg erstaunlich gelassen, teilweise sogar erfreut, wie auch die Umfragen unter unabhängigen Vermögensverwaltern und Anlagestragegen bei Fondsgesellschaften und Banken aus den vergangenen Tagen zeigen. An den Rentenmärkten sieht es dagegen komplett anders aus.

Dort ist nach der US-Präsidentschaftswahl leichte Panik ausgebrochen, die Kurse sind im freien Fall. Ursache sind wiederaufkeimende Inflations- und Zinsfantasien. Die massiven Kursstürze könnten Pensionskassen und Lebensversicherer unter Druck setzen. Aber auch Mischfonds, die in den vergangenen Monaten bei Investoren extrem beliebt und damit absatzstark waren, gehören nun zu den Opfern des Renten-Chaos. Grund: Viele Produkte haben eine hohe Anleihequote – und werden daher herbe Verluste einstreichen. In den vergangenen Tagen wurde an den globalen Bondmärkten rein rechnerisch ein Wert von knapp einer Billion US-Dollar vernichtet, berichtet die Zeitung "Die Welt".

Der Erzfeind der Mischfonds-Anleger heißt Donald Trump. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten hat im Wahlkampf mehrfach versprochen, die Unternehmens- und Konsumsteuern zu senken und zugleich massiv in Infrastruktur, Rüstung und Gesundheit zu investieren. Sein Steuersparprogramm würde, wenn es wie angekündigt umgesetzt wird, nach Schätzungen von Beobachtern in den kommenden zehn Jahren 6,2 Billionen US-Dollar weniger an Einnahmen in die Staatskasse spülen – respektive diese Summe in den Geldbeuteln von Unternehmen und Privathaushalten belassen. Zusammen mit den höheren Ausgaben der öffentlichen Hand dürfte die Staatsverschuldung der USA explodieren. All das befeuert Sorgen vor einem baldigen Anstieg der Inflation.

Langläufer auf Talfahrt

Die US-Notenbank Fed will die Inflation seit Jahren ankurbeln. "Trump schafft in 24 Stunden, was die Notenbank in zwei Jahren nicht geschafft hat", sagte Bernd Ondruch von der Hedgefondsgesellschaft Astellon Capital Partners der "Welt". Für die Anleihemärkte ist eine hohe Teuerungsrate allerdings pures Gift.

Steigt die Inflation, sinkt der Wert von bereits umlaufenden Schuldtiteln automatisch. Am stärksten abgestürzt sind die Kurse für Anleihen mit langer Laufzeit. Der Wert 30-jähriger US-Staatsanleihen brach in den vergangenen vier Monaten um 20 Prozent ein. Marktbeobachter befürchten, dass die Verluste in den kommenden Wochen noch steigen werden.

 

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